Odin Woche 11 — Freche Pfoten und nasse Füße

von Paul | 26-10-2026 | Abenteuer von Odin & Zara, Tagebuch

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Silly Shepherds · Lesezeit ca. 5 Minuten

Sonntagabend. Nieselregen. Große Pfützen auf der Straße.

Odin und Zara riechen etwas. Offenbar etwas, zu dem beide gleichzeitig hinmüssen. Direkt vor meinen Füßen ziehen sie nach links.

Ich mache einen Ausfallschritt, um auf den Beinen zu bleiben.

Mitten in eine tiefe Pfütze.

Bis zu den Knöcheln im Wasser. Und natürlich ausgerechnet mit Schuhen, die dafür nicht gemacht sind.

Die Hunde hatten ihren interessanten Geruch. Ich hatte nasse Socken.

Ein passender Abschluss für eine Woche, in der vor allem zwei Schäferhunde das Tempo bestimmten. Zumindest, wenn es nach ihnen ging.

🐾 Montag — Odin ist frech unterwegs

Der Montagmorgen begann auf der Hundewiese, wo Garry auch schon wieder da war.

Odin hatte Energie. Viel Energie. Vor allem Zara bekam das zu spüren: zum Spielen herausfordern, hinterherjagen und gleich noch einmal von vorn. Ich rief ihn ein paarmal zurück. Als er trotzdem weitermachte, behielt ich ihn etwa fünf Minuten bei mir an der Leine.

Eine kurze Pause.

Danach versuchten wir es noch einmal.

Und wer fing diesmal an?

Zara.

Ja, dann wird es schwierig. Ich kann Odin schlecht ständig bremsen, während sie ihn gleich wieder zur nächsten Runde einlädt.

Beim Spaziergang zog er weiter an der Leine und wollte auch auf andere Hunde losgehen. So ein Morgen, an dem man ziemlich mit dem Begleiten beschäftigt ist und selbst kaum entspannt läuft.

Aber später am Tag gab es auch etwas, worüber ich mich freute.

Auf einer großen, offenen Wiese sah Odin in der Ferne Menschen mit Hunden. Er wollte zu ihnen hin. Ich rief ihn.

Er kam.

Kurz darauf passierte es noch einmal. Wieder kam er zurück.

Die Hunde waren noch weit weg. Ich weiß also auch, dass das etwas anderes ist, als zurückzukommen, wenn direkt vor seiner Nase ein Hund steht. Aber ich muss diesen Erfolg auch nicht kleiner machen, als er war.

Zweimal gerufen. Zweimal zurückgekommen.

Darüber habe ich mich einfach gefreut.

🐾 Der Dachs ist auch wieder da

Bei unserer späten Runde sahen wir unseren bekannten Dachs wieder.

Ja, unseren bekannten. Noch ein bisschen, dann gebe ich ihm einen Namen.

Odin und Zara hatten ihn im Dunkeln schon bemerkt, bevor wir in seiner Nähe waren. Beide waren sofort interessiert. Vor allem Odin fand ihn besonders spannend.

Der Dachs schien sich an meiner Anwesenheit wenig zu stören, machte aber deutlich, dass er keine Gesellschaft suchte.

Also blieben die Hunde an der Leine, und wir machten einen Bogen um ihn.

Er hatte seinen Abend. Wir unseren.

Ich finde es schön, wenn man auf so einer ganz normalen späten Runde plötzlich einem Tier gegenübersteht, das dort sein eigenes Leben führt.

Das

🐾 Eine Hundewiese voller vertrauter Gesichter

Garry gehörte diese Woche fast schon fest zu unserem Morgen.

Kurz auf die Wiese. Ein bisschen reden. Odin und Zara rennen, Garry mittendrin. Danach weiter über die Heerlerbaan nach Hause.

Am Dienstag war auch Luna da, eine ältere schwarze Labradorhündin. Das wilde Spiel der beiden ist ihr etwas zu viel, aber an diesem Morgen ließen sie sie schön in Ruhe. Sie rannten um sie herum und waren vor allem miteinander beschäftigt.

Garry gehört inzwischen ebenfalls zur älteren Garde. Trotzdem scheint er die Rennrunden insgeheim ziemlich gut zu finden.

Und am Sonntag schaute Pacco mal wieder vorbei.

Er ist ein Freund von Odin. Die beiden sahen sich, und schon ging das Spielen los.

Bei manchen Hunden schaut man erst einmal: Wie läuft diese Begegnung? Bei den beiden sah ich vor allem Wiedersehensfreude und Spaß.

Zara wollte inzwischen natürlich auch gern mitmachen. Und Odin hatte alle Pfoten voll damit zu tun, seine Aufmerksamkeit zu verteilen.

🐾 Drei Minuten auf einer Bank

Am Mittwoch machten wir eine große Runde durch den Wald. Anderthalb Stunden gemeinsam unterwegs.

Da möchte ich zwischendurch auch mal auf einer Bank sitzen.

Einfach schauen. Kurz nichts tun.

Odin sieht das anders.

Nach ungefähr drei Minuten begann er, an der Leine zu ziehen und zu graben. Für ihn durfte der Spaziergang eindeutig weitergehen.

Laufen klappt. Rennen klappt hervorragend. Aber gemeinsam irgendwo zu bleiben, während gerade nichts passiert, fällt ihm noch schwer.

Das fiel diese Woche öfter auf. Draußen hat Odin es ziemlich eilig. Zara ließ sich regelmäßig davon anstecken: etwas mehr ziehen, ein Stück weiter voraus und ein Tempo, bei dem ich hauptsächlich damit beschäftigt war, Schritt zu halten.

Deshalb freute ich mich diese Woche immer wieder auf das Training, mit dem wir bald anfangen.

Denn für mich darf ein gemeinsamer Spaziergang auch etwas ruhiger sein. Mit Zeit, sich umzuschauen, ohne dass die Leinen ständig unter Spannung stehen.

🐾 Der Herbst wird bunt

Zum Glück gab es auch genug Momente, in denen das mit dem Umschauen prima klappte.

Der Wald verändert sich langsam. Rot, Gelb und Orange zwischen dem Grün. Pilze zwischen den Blättern. Kühlere Luft.

Wenn es trocken ist, bin ich zu dieser Jahreszeit unglaublich gern mit den Hunden draußen.

Zara merkt man die Freude an. Rennen, zum Spielen auffordern, wieder hinter Odin her. Sie erwacht aus ihrem Sommerschlaf, sage ich immer.

Allerdings gehörte diese Woche auch jede Menge Regen dazu.

Am Freitagabend stürmte und regnete es so heftig, dass wir die letzte Runde kürzer hielten. Kurz zur Wiese, schnüffeln, das Geschäft erledigen und zurück.

Danach unter dem neuen Vordach trocken föhnen.

Am Samstag waren wir nach dem Abendspaziergang gerade noch rechtzeitig vor einem kräftigen Hagel- und Regenschauer im Haus. Das sind die kleinen Siege im Herbst.

Trockene Hunde. Trockene Kleidung. Genau rechtzeitig.

Am Sonntag klappte das etwas weniger gut.

🐾 Elf Wochen — unser gemeinsamer Alltag

Zwischen den Spaziergängen erledigte ich diese Woche die letzten Arbeiten an der Website. Am Donnerstag war sie fertig. Schön, denn so blieb wieder etwas mehr Raum für die ganz normalen Dinge.

Wobei diese ganz normalen Dinge mit Odin immer noch ziemlich viel Aufmerksamkeit brauchen.

Erkennen, wann Zara das Spielen zu viel wird. Ihn zurückrufen, bevor er zu weit weg ist. Ihn auf einem Spaziergang begleiten, wenn er am liebsten überall gleichzeitig hinmöchte.

Und dabei auch sehen, was gut läuft.

Zweimal auf der offenen Wiese zurückkommen. In Lunas Nähe spielen und sie dabei in Ruhe lassen. Die Begegnung mit Pacco. Immer mehr vertraute Gesichter auf unseren Runden.

Diese Woche war voller solcher Momente. Manchmal anstrengend, manchmal richtig schön. Oft beides am selben Tag.

Und dieser letzte Sonntagabend?

Mit nassen Füßen lief ich die Runde zu Ende. Zum Glück erledigten die Hunde diesmal alles, was sie erledigen mussten, etwas schneller.

Nach einer halben Stunde waren wir zu Hause.

Hunde zufrieden. Ich auf der Suche nach trockenen Socken.

Auch das gehört zum Leben mit Schäferhunden.

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